{"id":1043,"date":"2014-10-16T08:32:01","date_gmt":"2014-10-16T08:32:01","guid":{"rendered":"http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/?page_id=1043"},"modified":"2015-04-18T09:25:01","modified_gmt":"2015-04-18T07:25:01","slug":"our-world-thirteen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/our-world-thirteen\/","title":{"rendered":"Our world Thirteen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2014\/10\/Illu_DissolvingBorders.jpg\" alt=\"Illu_DissolvingBorders\" width=\"507\" height=\"315\" class=\"alignnone size-full wp-image-1039\" srcset=\"http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2014\/10\/Illu_DissolvingBorders.jpg 507w, http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2014\/10\/Illu_DissolvingBorders-300x186.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 507px) 100vw, 507px\" \/><\/p>\n<h1>\/\/  100 Jahre Panamakanal \u2013 Verbindung zwischen Welten  \/\/<\/h1>\n<p>Panama ist seit je her ein Transitland. Als Vasco N\u00fa\u00f1ez de Balboa 1513 die Landenge durchquerte, stellte er fest, dass den Pazifischen Ozean lediglich ein schmaler Landstreifen vom Atlantik trennte. Diese Entdeckung bewegte Karl V., Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reiches und gleichzeitig K\u00f6nig Karl I. von Spanien, dazu, die M\u00f6glichkeit des Baus eines Kanals durch den Isthmus von Panama pr\u00fcfen zu lassen. Als es um die Finanzierung dieses Vorhabens ging, kam der Gouverneur von Panama jedoch zu dem Schluss, dass niemand in der Lage w\u00e4re, ein solches Gro\u00dfprojekt tats\u00e4chlich umzusetzen. Dennoch wurde der Streifen stets f\u00fcr den Landtransport diverser G\u00fcter, wie Lebensmittel oder Erze aus der S\u00fcdseeregion nach Europa genutzt, und Panama hatte von je her aufgrund seiner privilegierten geografischen Lage eine besondere strategische Bedeutung. Deshalb waren die Gro\u00dfm\u00e4chte zur Verfolgung ihrer wirtschaftlichen, geopolitischen und milit\u00e4rischen Ziele sehr interessiert, einen Kanal zu bauen, der die beiden Ozeane verbinden sollte.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nDer Panamakanal ist eine der gro\u00dfen ingenieurtechnischen Meisterleistungen der Moderne und f\u00fcr Panama ein wichtiges Symbol seiner nationalen Identit\u00e4t. Letzteres wurde am 31. Dezember 1999 durch den \u00dcbergang in panamaisches Staatseigentum noch verst\u00e4rkt. Inzwischen ist der Panamakanal seit 100 Jahren in Betrieb und weist eine wechselvolle Geschichte voller Herausforderungen, Opfer und Erfolge auf.<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<h3>Bau einer Wasserstra\u00dfe, die zwei Ozeane verbindet<\/h3>\n<blockquote><\/blockquote>\n<p>Nachdem Spanien drei Jahrhunderte lang seine Interessen in der Region verfolgt hatte, unterzeichnete Frankreich 1878 ein Abkommen mit Kolumbien, mit dem das Land sich das Recht zum Bau eines interozeanischen Kanals in Panama sicherte. Unter der Leitung von Ferdinand de Lesseps begannen 1881 die Bauarbeiten zu diesem Gro\u00dfprojekt, die durch klimatische Unw\u00e4gbarkeiten wie starke Tropengewitter, beklemmende Luftfeuchtigkeit, sengende Sonne, tiefe Sumpflandschaften und die Undurchdringlichkeit der Urw\u00e4lder erschwert wurden. Die h\u00e4rtesten Gegner des Vorhabens jedoch waren Malaria und Gelbfieber, denen zahlreiche Arbeiter zum Opfer fielen. Die Franzosen kannten die Ursachen dieser typischen Tropenkrankheiten nicht und f\u00fchrten sie auf \u201cinfekti\u00f6se Ausd\u00fcnstungen\u201d der S\u00fcmpfe zur\u00fcck. Schlie\u00dflich zwangen die h\u00e4ufigen schweren Krankheiten und auch finanzielle Schwierigkeiten die Franzosen nach zwanzig Jahren harter Arbeit zum R\u00fcckzug aus diesem Projekt.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nF\u00fcr Theodore Roosevelt, damals Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten, war der Kanalbau von vitalem Interesse f\u00fcr die Erlangung der Vorherrschaft \u00fcber die Weltmeere, die das Land zur Sicherung seiner wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Dominanz ben\u00f6tigte. So begannen die USA 1903 mit Kolumbien \u00fcber eine Konzession zum Bau eines Kanals durch die damalige Provinz Panama zu verhandeln, deren Erteilung Kolumbien jedoch ablehnte. Aus diesem Grund unterst\u00fctzten die USA die Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen Panamas von Kolumbien mit milit\u00e4rischen Mitteln. Am 3. November 1903 erkl\u00e4rte das Land seine Unabh\u00e4ngigkeit und unterzeichnete den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag, der den USA f\u00fcr immer den Besitz des Panamakanals einschlie\u00dflich eines breiten Landstreifens entlang der Kanalzone gew\u00e4hrte. Obwohl die Vertragsbedingungen im Widerspruch zu der gerade erlangten Souver\u00e4nit\u00e4t standen, stimmten die Gr\u00fcnder der jungen Republik Panama zu, um die Unterst\u00fctzung der USA nicht zu verlieren.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nDie USA erwarben 1904 die Anteile und Verm\u00f6genswerte der Compagnie Nouvelle du Canal de Panama f\u00fcr 40 Mio. Dollar und begannen mit dem Bau. Nach zehn Jahren wurde das Gro\u00dfprojekt fertiggestellt; die Kosten betrugen ca. 387 Mio. Dollar. Die USA verdankten diesen Erfolg der Ingenieurkunst, dem effizienten betriebswirtschaftlichen Management sowie der Ausrottung von Malaria und Gelbfieber, nachdem die Moskitos als \u00dcbertr\u00e4ger dieser Krankheiten erkannt worden und Ma\u00dfnahmen zur \u00f6ffentlichen Gesundheitsvorsorge getroffen worden waren.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nMit seiner Er\u00f6ffnung am 15. August 1914 hat der Kanal das internationale Handelsgeschehen revolutioniert. Durch die nun zug\u00e4ngliche Passage konnten die Transportwege erheblich abgek\u00fcrzt werden. Die Schiffe sparten fortan bei der Durchquerung des 80 km langen Kanals zwischen dem Atlantik und dem Pazifik die ca. 8000 Seemeilen ein, die eine Umfahrung von Kap Horn an der S\u00fcdspitze Chiles bedeuten w\u00fcrde. Ein Bananenschiff auf dem Weg von Ecuador nach New York musste fortan ca. 7366 Seemeilen weniger zur\u00fccklegen.<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<h3>Eine neue \u00c4ra<\/h3>\n<blockquote><\/blockquote>\n<p>Obwohl der Kanal auf panamaischem Staatsgebiet gebaut wurde, geh\u00f6rte er nicht den B\u00fcrgern dieses Landes. Auch hatten sie keinen Zugang zu dem Landstreifen, der sich unter US-amerikanischer Verwaltung befand. Die fortw\u00e4hrenden Proteste gegen diesen Umstand fanden ihren H\u00f6hepunkt am 9. Januar 1964, als Studenten versuchten, im Kanalgebiet eine panamaische Flagge zu hissen. Die amerikanischen Streitkr\u00e4fte schlugen die Proteste gewaltsam nieder, was zum Tod von 21 Studenten f\u00fchrte und den damaligen panamaischen Pr\u00e4sidenten Roberto F. Chiari dazu veranlasste, die diplomatischen Beziehungen zu den USA abzubrechen. Erst 1977 wurde mit Unterzeichnung der Torrijos-Carter-Vertr\u00e4ge zwischen Panama und den USA der \u00dcbergang der Verwaltung, des Betriebs und der Instandhaltung des Kanals in panamaische Verantwortung ab dem Mittag des 31. Dezember 1999 beschlossen. So erlangte Panama nach 85 Jahren amerikanischer Fremdverwaltung vollst\u00e4ndige Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber den Kanal und die Landstreifen, die sich bis dato in amerikanischem Eigentum befanden.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nDie \u00dcbernahme bedeutet f\u00fcr die Panamaer eine gro\u00dfe Verantwortung, und sie haben diese Aufgabe gemeistert. In den 85 Jahren, die der Kanal unter amerikanischer Verwaltung stand, haben die USA 1,878 Mrd. Dollar an Panama gezahlt. Bereits nach 15 Jahren des Betriebs in Eigenregie konnte Panama diese Einnahmen verf\u00fcnffachen.<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<h3> Bedeutung f\u00fcr den Welthandel <\/h3>\n<blockquote><\/blockquote>\n<p>In den einhundert Jahren seines Bestehens haben 1,055 Mio. Schiffe den Kanal passiert. Wirtschaft und Stabilit\u00e4t der Region h\u00e4ngen in hohem Ma\u00dfe vom sicheren Transport der j\u00e4hrlich 13.000 bis 14.000 Ladungen mit ca. 3 Mrd. Tonnen Gesamtgewicht ab. Durch 144 Seetransportrouten und Verbindungen mit 1700 H\u00e4fen in 160 L\u00e4ndern hat der Kanal nicht nur den internationalen Handel revolutioniert, sondern auch das wirtschaftliche Wachstum der Industriel\u00e4nder angekurbelt und eine Ausdehnung wirtschaftlicher Beziehungen zwischen weit entfernten Regionen erleichtert.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nZweifelsohne war der Seehandel im dieser Zeit aufgrund der Entstehung neuer M\u00e4rkte und wirtschaftlicher Entwicklungen generell starken Ver\u00e4nderungen unterworfen. Dank moderner Technologien kann in gr\u00f6\u00dferen Schiffen immer mehr Ladung zu geringeren Kosten und mit weniger Belastung f\u00fcr die Umwelt transportiert werden.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nUm konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben, hat Panama in den Bau einer dritten Schleusenanlage f\u00fcr Post-Panamax-Schiffe investiert, die zwar nur 16% der internationalen Schiffsflotte ausmachen, jedoch 45% der gesamten Ladung transportieren. Es wird erwartet, dass durch diese Erweiterung j\u00e4hrlich die doppelte Ladungsmenge den Kanal passieren kann. Dennoch ist er zu klein f\u00fcr die neue Schiffsgeneration, wie z.B. die Triple-E Class von Maersk.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nLaut Angaben der Internationalen Schifffahrt-Organisation wird \u00fcber 90% des internationalen Handels auf dem Seeweg abgewickelt. Um die heutige und k\u00fcnftige Nachfrage bedienen zu k\u00f6nnen und konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben, muss Panama eine Reihe zus\u00e4tzlicher\u00a0 Dienstleistungen bieten, wie Schienentransport durch Wasserwege als Erg\u00e4nzung zum Landweg, Fl\u00fcssiggastankstellen, Fahrzeugvertriebscenter, einen Logistikpark sowie einen Reparaturservice f\u00fcr Post-Panamax-Schiffe.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nEinhundert Jahre Panama-Kanal \u2013 als Panamaerin bin ich sehr stolz darauf, was mein Land erreicht hat. Als Jugendliche habe ich die Kanalzone nicht gekannt; sie war verboten, wirkte fern und einsch\u00fcchternd. Stets habe ich mich gefragt, was sich wohl hinter dem Absperrzaun befand. Vor drei Jahren hatte ich das Gl\u00fcck, nach Panama zur\u00fcckkehren und f\u00fcr eine Organisation mit Sitz in der Kanalzone arbeiten zu k\u00f6nnen. Zum ersten Mal habe ich eine Beziehung zu diesem Ort aufgebaut, der mir bis dato so fremd war. Ausgedehnte Gr\u00fcnfl\u00e4chen und \u00fcppige B\u00e4ume bilden einen angenehmen Ruhepol als Gegengewicht zum Schiffsverkehr. Von meinem B\u00fcrofenster aus konnte ich die Schiffe vobeifahren sehen &#8211; ein fast erhebendes Gef\u00fchl, das ich nie vergessen werde.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nDer Panamakanal ist das Ergebnis von unternehmerischer Vision, Pioniergeist und harter Arbeit, mit dem Ziel, Welten zu verbinden. Die Arbeit aller Beteiligten an diesem komplexen Gro\u00dfprojekt hat den Kanal nicht nur zu einem Weltkanal gemacht, sondern auch zu einem Kanal der panamaischen B\u00fcrger. Wir werden diejenigen sein, die seine Geschichte in den n\u00e4chsten einhundert Jahren gestalten.<\/p>\n<h3> Evelyn Alem\u00e1n Cuervo <\/h3>\n<blockquote><p>Evelyn Alem\u00e1n Cuervo wurde in Panama geboren. Sie hat Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Hawaii Pacific University studiert, einen Mastergrad an der Freien Universit\u00e4t Berlin im Bereich Nordamerikastudien erworben und war f\u00fcr die Universit\u00e4t Kalifornien in Los Angeles (UCLA), den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie f\u00fcr das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (PNUMA) t\u00e4tig. Momentan arbeitet sie in Berlin f\u00fcr den Fernsehkanal Deutsche Welle.<\/p><\/blockquote>\n<h3>Manuel Cabrera<\/h3>\n<blockquote><p>Manuel Cabrera wurde 1986 in Mexiko Stadt geboren. Er studierte Grafikdesign an der Universidad Iberoamericana. Zur Zeit arbeitet er als freischaffender Grafikdesigner und Illustrator, w\u00e4hrend er dabei ist, ein zweites Studium in Architektur zu beenden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Oktober 2014<br \/>\n\u00a9 Santacruz International Communication <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\/\/ 100 Jahre Panamakanal \u2013 Verbindung zwischen Welten \/\/ Panama ist seit je her ein Transitland. Als Vasco N\u00fa\u00f1ez de Balboa 1513 die Landenge durchquerte, stellte er fest, dass den Pazifischen Ozean lediglich ein schmaler Landstreifen vom Atlantik trennte. 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