{"id":1418,"date":"2015-10-01T16:32:43","date_gmt":"2015-10-01T14:32:43","guid":{"rendered":"http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/?page_id=1418"},"modified":"2015-10-01T19:25:06","modified_gmt":"2015-10-01T17:25:06","slug":"die-bedeutung-von-nelson-mandela","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/","title":{"rendered":"Our World Twenty-Four"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/10\/Illu_Madiba.jpg\" alt=\"Illu_Madiba\" width=\"2113\" height=\"1308\" class=\"alignleft size-full wp-image-1422\" srcset=\"http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/10\/Illu_Madiba.jpg 2113w, http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/10\/Illu_Madiba-300x186.jpg 300w, http:\/\/ourworld-magazine.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/10\/Illu_Madiba-1024x634.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 2113px) 100vw, 2113px\" \/><\/p>\n<h1>\/\/ Die Bedeutung <br \/> von Nelson Mandela \/\/<\/h1>\n<p>Zum ersten Mal h\u00f6rte ich den Namen Mandela Mitte Februar im Jahr 1990. Ich war sieben Jahre alt und hatte mich einer Gruppe verschmutzter, lebhafter und aufgeregter Kinder aus meinem Township angeschlossen, die zur Hauptstra\u00dfe eilten, um \u201eMandela kennenzulernen\u201c. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir alle keine Ahnung hatten, wer dieser Mandela war, und warum Scharen von Menschen Zeugen seiner glorreichen R\u00fcckkehr in sein Zuhause in Soweto sein wollten. Unsere Unwissenheit war keineswegs verwunderlich, da durch das Apartheid-Regime sein Name und alle Bilder von ihm aus der \u00d6ffentlichkeit verbannt worden waren, und er somit zu einer Art Mythos in S\u00fcdafrika wurde.<\/p>\n<p>Daher trifft es mich, wenn ich in j\u00fcngster Zeit den \u00f6ffentlichen Diskurs in sozialen Netzwerken verfolge, insbesondere angesichts des Internationalen Nelson-Mandela-Tages am 18. Juli, und festzustellen muss, dass die Kommentare \u00fcber Nelson Mandela eine andere Richtung eingeschlagen haben.<\/p>\n<p>S\u00fcdafrika erlangte 1994 politische Freiheit. Dennoch hat das 21 Jahre alte Land noch ein weites St\u00fcck Weg vor sich, um einige der sozial-\u00f6konomischen Herausforderungen nach mehr als 300 Jahren rassistischer Unterdr\u00fcckung anzugehen. Dabei stehen wirtschaftliche Ungleichheit, Armut und Arbeitslosigkeit an erster Stelle. Junge S\u00fcdafrikaner fordern wirtschaftliche Freiheit zu Lebzeiten und stellen die Verehrung Mandelas, seine f\u00fchrende Rolle beim relativ friedlichen und vorbildlichen demokratischen Wandel S\u00fcdafrikas in Frage, sogar sein vorgelebtes Beispiel allgemeing\u00fcltiger moralischer Notwendigkeit von Vergebung und Vers\u00f6hnung.<br \/>\nDieser Artikel zielt nicht darauf ab, die unterschiedlichen Ansichten \u00fcber Mandelas Rolle beim ausgehandelten politischen Wandel, sein Erbe oder den Zustand, in dem er das Land zur\u00fcckgelassen hat, zu kommentieren, sondern zu erl\u00e4utern, was Mandela f\u00fcr mich als junge Diplomatin S\u00fcdafrikas bedeutet.<\/p>\n<p>Ich bin zu Zeiten des Ausnahmezustands ins S\u00fcdafrika geboren worden und aufgewachsen. Das Land stand in Flammen, als B\u00fcrger, einschlie\u00dflich Kinder, den Widerstand gegen das massiv unterdr\u00fcckende Regime intensivierten. Das Apartheid-Regime war in die Knie gezwungen worden und der unvermeidbare Zusammenbruch des Systems stand kurz bevor. Jedoch mussten w\u00e4hrend dieser turbulenten Phase noch viele Anstrengungen unternommen werden oder, um es mit den Worten Winston Churchills zu sagen, es mussten noch \u201eviel Blut und Schwei\u00df und viele Tr\u00e4nen\u201c flie\u00dfen, bevor im Rahmen der CODESA-Gespr\u00e4che eine \u00dcbergangsverfassung und demokratische Regierung gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>Durch die Massaker an den Bewohnern der Townships, die Anfang der 1990er Jahre durch bewaffnete M\u00e4nner der Opposition Inkatha Freedom Party zusammen mit dem Regime ver\u00fcbt wurden, habe ich Familienangeh\u00f6rige verloren. Unbeschreibliche Angst und Grauen \u00fcberw\u00e4ltigten uns. F\u00fcr uns Kinder, die in diesem Umfeld lebten, waren unser Spielen und unsere kindliche Freude stets \u00fcberschattet von Gewalt und Gefahr. \u201eIn dieser kritischen Phase \u00fcbernahm Mandela vorbildlich die einheitsstiftende Rolle, die alle Gruppen w\u00fcnschten, die vermeiden wollten, dass die Durchsetzung der Interessen einzelner Gruppen zu schrecklichen Folgen f\u00fchren w\u00fcrde\u201c(1). <\/p>\n<p>Es ist diese Rolle Mandelas, die f\u00fcr mich definiert, was er f\u00fcr S\u00fcdafrika, die Welt und f\u00fcr mich pers\u00f6nlich bedeutet. In einem 1993 in der Zeitschrift Foreign Affairs ver\u00f6ffentlichtem Artikel (Vol. 72, No. 5) verfasste Nelson Mandela seine Vision \u201enew pillars for a new world\u201c (\u201eneue Grundpfeiler f\u00fcr eine neue Welt\u201c). Er entwarf das Bild einer Welt, in der Menschenrechte essentiell sind, Konflikte friedlich gel\u00f6st werden, Gerechtigkeit herrscht, das V\u00f6lkerrecht von allen geachtet wird und Afrika ein emanzipierter Kontinent ist \u2013 alle diese Punkte standen im vollkommenen Gegensatz dazu, wie S\u00fcdafrika w\u00e4hrend der Apartheid auf katastrophale Weise seine internationalen Beziehungen f\u00fchrte.  <\/p>\n<p>Auch heute noch leiden viele L\u00e4nder unter Konflikten, politischen und wirtschaftlichen Umbr\u00fcchen, Ungleichheit, modernen Formen der Sklaverei und internationalen Verbrechen. S\u00fcdafrika und Nelson Mandela wurden zu einem internationalen Symbol f\u00fcr Vers\u00f6hnung und Frieden und durch Diplomatie half Mandela dabei, in anderen Teilen der Welt Konflikte zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Auch wenn sich viele Vor- und Nachteile dieses Idealismus aufz\u00e4hlen lassen, ist kaum zu bestreiten, dass Mandela, indem er nicht nur den ungew\u00f6hnlichen Pfad zu Frieden und Vers\u00f6hnung w\u00e4hlte, sondern auch seine Landsleute davon \u00fcberzeugte, ihre Waffen niederzulegen und in den Dialog zu treten, ein Vorbild ist, von dem S\u00fcdafrika und die Welt sich weiterhin inspirieren lassen sollten.<\/p>\n<p>Am 18. Juli, dem International Nelson Mandela Day, haben sich Menschen aus aller Welt 67 Minuten f\u00fcr Bed\u00fcrftige engagiert und haben an die nachfolgenden Generationen appelliert, die Herausforderung anzunehmen und die sozialen Ungerechtigkeiten auf der Welt zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Botschaft der Republik S\u00fcdafrika in Berlin nahm gro\u00dfen Anteil an der Not der Obdachlosen und Fl\u00fcchtlinge in der Stadt und unterst\u00fctzte die Bahnhofsmission tatkr\u00e4ftig. Dar\u00fcber hinaus initiierte die Botschaft ein Brieffreundschaft-Projekt und einen Schreibwettbewerb. In einer Welt, in der Menschen zunehmend intolerant gegen\u00fcber anderen Meinungen und Ansichten sind, k\u00f6nnte die Redewendung \u201edie Feder ist m\u00e4chtiger als das Schwert\u201c nicht treffender sein. Nur durch gegenseitiges Verst\u00e4ndnis k\u00f6nnen wir unsere Gesellschaften von Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit befreien. Paarweise sollen Brieffreunde aus deutschen und s\u00fcdafrikanischen Schulen zusammen eine Kurzgeschichte \u00fcber zwei obdachlose Kinder \u2013 eine moderne Version des M\u00e4rchens H\u00e4nsel und Gretel \u2013 mit Nelson Mandela als einem der Protagonisten, schreiben.<\/p>\n<p>Wir hoffen, mit diesen Initiativen auf die Not der Obdachlosen aufmerksam zu machen, und rufen dazu auf, uns in diesen Bem\u00fchungen zu unterst\u00fctzen. Oder um es mit den Worten von Nelson Mandela zu sagen: \u201eWas im\u00a0Leben\u00a0z\u00e4hlt, ist nicht, dass wir gelebt haben, sondern, wie wir das Leben von anderen ver\u00e4ndert haben.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>(1) Mine, Y. (2013), \u201cPreventing Violent Conflict in Africa: Inequalities, Perceptions and Institutions\u201c, Palgrave Macmillan, S. 106<\/p><\/blockquote>\n<h3>Tshepi Finca<\/h3>\n<blockquote><p>Tshepi Finca wurde in Soweto, einem Township in Johannesburg, S\u00fcdafrika, geboren. Zurzeit macht sie ihren Master in International Relations an der Freien Universit\u00e4t Berlin und ist Leiterin der Abteilung \u00d6ffentlichkeitsarbeit an der S\u00fcdafrikanischen Botschaft in Berlin. E-mail: fincam@dirco.gov.za<\/p><\/blockquote>\n<h3>Manuel Cabrera<\/h3>\n<blockquote><p>Manuel Cabrera wurde 1986 in Mexiko Stadt geboren. Er studierte Grafikdesign an der Universidad Iberoamericana. Zur Zeit arbeitet er als freischaffender Grafikdesigner und Illustrator, w\u00e4hrend er dabei ist, ein zweites Studium in Architektur zu beenden.<\/p><\/blockquote>\n<p>September 2015<br \/>\n\u00a9 Santacruz International Communication<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\/\/ Die Bedeutung von Nelson Mandela \/\/ Zum ersten Mal h\u00f6rte ich den Namen Mandela Mitte Februar im Jahr 1990. 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